Abnehmen stagniert: Was tun beim Plateau? Ursachen, Checkliste und Diätpause

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Abnehmen stagniert: Ursachen, Checkliste und Diätpause

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein echtes Plateau liegt erst vor, wenn der Wochenschnitt des Gewichts drei bis vier Wochen lang gleich bleibt; davor ist es meist Wasser.
  • Jedes Gramm Glykogen bindet drei bis vier Gramm Wasser, deshalb springt das Gewicht nach kohlenhydratreichen Tagen um ein Kilo, ohne dass Fett dazukommt.
  • Bei einer Frau mit 1,68 m schrumpft ein Defizit von 500 kcal nach 15 kg Abnahme rechnerisch auf rund 290 kcal, weil der Bedarf mitsinkt.
  • Pro verlorenem Kilo stieg der Appetit in einer Auswertung um rund 100 kcal am Tag, mehr als dreimal so viel wie die Einsparung beim Verbrauch.
  • In der MATADOR-Studie verloren Männer mit zweiwöchigen Diätpausen 14,1 statt 9,1 kg und lagen sechs Monate später 11,1 statt 3,0 kg unter dem Ausgangsgewicht.

Wenn dein Gewicht beim Abnehmen ein, zwei Wochen lang stagniert, ist das fast immer Wasser, das den Fettverlust überdeckt, und kein echtes Plateau. Erst wenn sich der Wochenschnitt drei bis vier Wochen lang nicht bewegt, ist meist dein Defizit geschrumpft: Wer leichter wird, verbraucht weniger, und der Appetit steigt mit jedem verlorenen Kilo. Die Lösung ist dann selten drastisch. Meist reichen ehrliches Nachzählen, eine Neuberechnung und 150 bis 200 kcal weniger oder 3.000 Schritte mehr am Tag.

In diesem Ratgeber gehen wir die Ursachen der Reihe nach durch, von Wassereinlagerungen über den sinkenden Bedarf bis zur viel diskutierten Stoffwechselanpassung. Dazu bekommst du eine Checkliste und eine ehrliche Einordnung der Diätpause, wie sie in der MATADOR-Studie getestet wurde. Wie Abnehmen grundsätzlich funktioniert, steht in unserem Ratgeber Abnehmen: Was wirklich hilft.

Stagniert dein Gewicht wirklich?

Dein Körpergewicht schwankt von Tag zu Tag um ein bis zwei Kilo, je nachdem, wie viel Salz und Kohlenhydrate du gegessen hast, wie voll dein Darm ist und wo du im Zyklus stehst. Ein halbes Kilo Fett pro Woche geht in diesem Rauschen leicht unter. Wer sich nur einmal pro Woche wiegt und zufällig einen schlechten Tag erwischt, glaubt schnell an einen Stillstand, den es gar nicht gibt.

Wieg dich deshalb drei- bis siebenmal pro Woche, morgens nach dem Klo und vor dem Frühstück, und vergleiche die Wochendurchschnitte. Viele Apps und Waagen zeigen dir eine geglättete Kurve an, eine einfache Tabelle tut es auch. Miss zusätzlich alle zwei Wochen deinen Bauchumfang auf Höhe zwischen unterster Rippe und Beckenkamm. Wird er kleiner, verlierst du Fett, auch wenn die Waage gerade stur bleibt.

Merke: Von einem Plateau sprechen wir erst, wenn der Wochenschnitt drei bis vier Wochen lang gleich bleibt und sich auch der Bauchumfang nicht bewegt. Alles darunter ist meistens Wasser. Wer nach zehn Tagen die Kalorien weiter kürzt, kürzt oft gegen ein Gespenst.

Ursache 1: Wassereinlagerungen

Wasser ist der häufigste Grund, warum die Waage stehen bleibt, und der harmloseste. Es gibt mehrere typische Auslöser, und oft kommen zwei zusammen.

Kohlenhydrate und Glykogen

Dein Körper speichert Kohlenhydrate als Glykogen in Leber und Muskeln, und jedes Gramm Glykogen bindet drei bis vier Gramm Wasser. Wenn du die Kohlenhydrate stark senkst, leeren sich die Speicher und das Wasser geht mit. Deshalb verlieren viele in der ersten Diätwoche zwei, drei Kilo und danach plötzlich kaum noch etwas. Umgekehrt füllt ein Nudelabend oder ein Wochenende mit Pizza und Kuchen die Speicher wieder auf, und am Montag zeigt die Waage ein Kilo mehr. Das ist kein Fett. Ein Kilo Fett wären rund 7.000 kcal zusätzlich.

Salz, Zyklus, neues Training

Nach einem salzigen Essen hält der Körper Wasser zurück, bis er das überschüssige Natrium ausgeschieden hat. Das dauert ein bis zwei Tage. Bei Frauen kommt der Zyklus dazu: In einer kanadischen Studie, in der 62 Frauen ein Jahr lang Tagebuch führten, war das Gefühl von Wassereinlagerung am ersten Tag der Periode am stärksten und kurz nach der Periode am geringsten. Vergleiche deshalb am besten dieselbe Zyklusphase miteinander, nicht zwei aufeinanderfolgende Wochen.

Auch wer gerade mit Krafttraining anfängt oder das Programm wechselt, lagert für einige Tage Wasser in den beanspruchten Muskeln ein. Das legt sich, wenn sich der Körper an die Belastung gewöhnt hat.

Wassereinlagerungen loswerden: was hilft

Die gute Nachricht: Diese Art von Wasser geht von allein. Du kannst nachhelfen, indem du normal viel trinkst, Salz auf ein übliches Maß zurückfährst, Fertigprodukte reduzierst, gut schläfst und dich bewegst. Entwässerungstees und Tabletten sind keine gute Idee. Sie spülen Wasser aus, aber kein Fett, und das Gewicht ist nach ein paar Tagen wieder da. Wie viel Trinken sinnvoll ist, steht in unserem Artikel Wie viel Wasser am Tag?

Achtung: Nimm keine entwässernden Medikamente ohne ärztliche Anweisung. Wenn Beine oder Knöchel dauerhaft anschwellen, Dellen nach Fingerdruck stehen bleiben oder Atemnot dazukommt, lass das ärztlich abklären. Das sind keine Diät-Wassereinlagerungen.

Ursache 2: Dein Bedarf sinkt mit jedem Kilo

Der zweite Grund ist reine Physik. Ein leichterer Körper braucht weniger Energie, und zwar sowohl in Ruhe als auch bei jedem Schritt, den er trägt. Das Defizit, mit dem du gestartet bist, wird dadurch von allein kleiner, auch wenn du genauso isst wie am ersten Tag.

GewichtGrundumsatzBedarf bei Bürojob (PAL 1,4)Verbleibendes Defizit bei 1.655 kcal am Tag
85 kg1.539 kcal2.155 kcal500 kcal
80 kg1.489 kcal2.085 kcal430 kcal
75 kg1.439 kcal2.015 kcal360 kcal
70 kg1.389 kcal1.945 kcal290 kcal
Rechenbeispiel: Frau, 40 Jahre, 168 cm, Grundumsatz nach Mifflin-St Jeor (1990), Bedarf = Grundumsatz × 1,4. Die zusätzliche Stoffwechselanpassung ist nicht eingerechnet.

Nach 15 Kilo ist also von 500 kcal Defizit nur noch gut die Hälfte übrig, und das Tempo halbiert sich entsprechend. Die bekannte Faustregel, nach der ein Kilo Fett 7.000 kcal entspricht, stimmt für die ersten Wochen gut. Über Monate führt sie in die Irre, weil sie den sinkenden Bedarf nicht berücksichtigt.

Wie stark das ins Gewicht fällt, hat der Stoffwechselforscher Kevin Hall von den US National Institutes of Health in einem Modell durchgerechnet, das 2011 im Lancet erschien. Ein sitzender Mann mit 100 kg, der dauerhaft 480 kcal am Tag weniger isst, landet danach nicht irgendwann bei null, sondern bei etwa 75 kg. Die Hälfte davon verliert er im ersten Jahr, 95 Prozent nach rund drei Jahren. Halls Faustregel: Jede dauerhafte Änderung um 100 kJ, also rund 24 kcal am Tag, verschiebt das Gewicht am Ende um etwa ein Kilo.

Tipp: Rechne deinen Bedarf nach jeweils 4 bis 6 Kilo weniger mit dem Kaloriendefizit-Rechner neu. Nach der Mifflin-St-Jeor-Formel sinkt der Grundumsatz um 10 kcal pro Kilo, mit einem Aktivitätsfaktor von 1,5 also um rund 150 kcal pro 10 kg.

Ursache 3: Stoffwechselanpassung, und was davon wirklich stimmt

Neben dem rein gewichtsbedingten Rückgang spart der Körper im Defizit zusätzlich Energie ein. Fachleute nennen das metabolische Adaptation oder adaptive Thermogenese. Um dieses Thema ranken sich viele Mythen, vom „Hungerstoffwechsel“ bis zum „kaputten Stoffwechsel“. Die Studienlage ist differenzierter.

Kurz erklärt: Metabolische Adaptation ist der Teil des sinkenden Energieverbrauchs, der über das hinausgeht, was der Verlust an Fett und Muskeln erklärt. Sie wird gemessen, indem man den tatsächlichen Verbrauch mit dem vergleicht, was für die neue Körperzusammensetzung zu erwarten wäre.

Was Rosenbaum und Leibel gefunden haben

Die Forscher Michael Rosenbaum und Rudolph Leibel von der Columbia University untersuchen das Phänomen seit Jahrzehnten. In ihrer Übersichtsarbeit von 2010 fassen sie zusammen: Wer 10 Prozent oder mehr seines Gewichts verloren hat und das hält, verbraucht rund 20 bis 25 Prozent weniger Energie am Tag als vorher. Davon gehen 10 bis 15 Prozent über das hinaus, was die neue Körperzusammensetzung erklärt. Ein ehemals übergewichtiger Mensch braucht dadurch etwa 300 bis 400 kcal weniger als jemand, der schon immer so viel wog.

Interessant ist, wo diese Einsparung passiert. Der Ruheumsatz sinkt nur wenig. Den größten Teil macht der Verbrauch bei Bewegung aus: Muskeln arbeiten nach einer Abnahme bei leichter Belastung um rund 20 Prozent effizienter, verbrennen also beim Gehen, Stehen und Treppensteigen weniger. Die Autoren folgern daraus, dass Bewegung mit etwas höherer Intensität einen Teil dieser Bremse ausgleichen kann.

Wie groß der Effekt im Alltag ist

Die Zahlen von Rosenbaum und Leibel stammen aus sehr kontrollierten Laborstudien. In einer Studie der University of Alabama mit 171 Frauen mit Übergewicht, die im Schnitt 12 kg abnahmen, war die Anpassung des Ruheumsatzes deutlich kleiner: 54 kcal am Tag direkt nach der Abnahme. Ein und zwei Jahre später war sie bei den Frauen, für die alle Messungen vorlagen, nicht mehr nachweisbar, und sie sagte nicht voraus, wer wieder zunahm. Die Autorinnen titelten entsprechend: Stoffwechselanpassung ist keine große Hürde für den Gewichtserhalt.

Das Gegenbeispiel kennen viele aus den Medien. Teilnehmende der US-Fernsehshow „The Biggest Loser“ verloren in 30 Wochen im Schnitt 58 kg. Sechs Jahre später lag ihr Ruheumsatz noch immer 704 kcal unter dem Ausgangswert, davon rund 500 kcal mehr, als ihre Körperzusammensetzung erklärte. Das war allerdings eine extreme Abnahme unter Fernsehbedingungen, gemessen an 14 Personen. Auf eine normale Diät lässt sich das nicht übertragen.

Der unterschätzte Teil: Appetit

Stärker als der Verbrauch bremst offenbar der Hunger. Eine Auswertung von Kevin Hall und Kollegen nutzte eine Diabetes-Studie, in der ein Medikament täglich Kalorien über den Urin ausschied, ohne dass die Teilnehmenden davon etwas merkten. Pro verlorenem Kilo aßen sie unbewusst rund 100 kcal am Tag mehr als vorher. Das ist mehr als dreimal so viel wie die Einsparung beim Verbrauch. Eiweiß, Ballaststoffe und große Gemüseportionen helfen, diesen Hunger abzufangen, mehr dazu in unseren Artikeln über sättigende Lebensmittel und Heißhunger.

Einen „kaputten Stoffwechsel“ durch Diäten gibt es also nicht. Der Körper spart nach einer Abnahme zwar etwas Energie und macht dich hungriger, aber er hört nicht auf, Fett abzubauen, wenn du wirklich im Defizit bist.

Ursache 4: Die Zählung ist ungenauer geworden

Das ist die unbequemste Erklärung, und die häufigste. In den ersten Wochen wiegen die meisten noch alles ab. Nach zwei Monaten wird geschätzt, das Wochenende läuft „außer Konkurrenz“, und die Portion Nüsse wächst unbemerkt von 30 auf 50 g. In einer bekannten Studie im New England Journal of Medicine aßen Menschen, die nach eigenen Angaben trotz Diät nicht abnahmen, im Schnitt 47 Prozent mehr, als sie notierten. Ihr Stoffwechsel war völlig normal.

Ein Forschungsteam um Diana Thomas hat 2014 untersucht, warum Abnehmkurven in Studien typischerweise nach etwa sechs Monaten flach werden, obwohl Stoffwechselmodelle das erst nach ein bis zwei Jahren vorhersagen. Ihr Ergebnis: Stoffwechselanpassung erklärt den frühen Stillstand nicht. Was die typischen Kurven erzeugt, ist eine immer wieder nachlassende Disziplin beim Essen, und zwar schon bei Menschen, die sich insgesamt gut an ihren Plan halten.

Wie du ehrlich nachzählst, ohne dich verrückt zu machen, erklären wir in unserem Artikel Kalorien zählen: Lohnt sich das?. Kurz gesagt: eine Woche lang wirklich alles wiegen, inklusive Öl, Getränke und Wochenende.

Ursache 5: Du bewegst dich unbemerkt weniger

Im Defizit sinkt bei vielen die Alltagsbewegung, ohne dass sie es merken. Man steht seltener auf, nimmt eher den Aufzug, sitzt abends länger. Diese Bewegung außerhalb des Sports heißt NEAT, und sie schwankt zwischen Menschen um Hunderte Kalorien am Tag. Ein Schrittzähler macht den Effekt sichtbar: Vergleich deinen Durchschnitt mit dem aus den ersten Diätwochen. Liegt er 2.000 Schritte darunter, ist ein Teil deines Defizits schon gefunden.

Auch Training kann täuschen. Wer nach dem Sport hungriger ist oder sich mit einem Riegel belohnt, isst den Verbrauch schnell wieder auf. Und wer den Kalorienangaben seiner Fitnessuhr folgt, liegt oft daneben, kein Gerät schätzte in einer Stanford-Studie den Verbrauch auf weniger als 20 Prozent genau.

Wenn Medikamente oder Krankheiten dahinterstecken

Selten steckt eine körperliche Ursache hinter einem hartnäckigen Stillstand. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Verbrauch senken, und manche Medikamente, etwa Kortison, bestimmte Antidepressiva, Neuroleptika oder Insulin, können Appetit und Gewicht beeinflussen. Auch die Wechseljahre verändern, wo und wie der Körper Fett speichert, mehr dazu in unserem Ratgeber Abnehmen in den Wechseljahren. Setz Medikamente nie eigenmächtig ab, sondern sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn du einen Zusammenhang vermutest. Das gilt auch, wenn du schwanger bist, stillst oder eine chronische Erkrankung hast.

Checkliste: Was tun, wenn das Abnehmen stagniert?

Geh die Punkte der Reihe nach durch und ändere immer nur eine Sache zur Zeit. Sonst weißt du am Ende nicht, was geholfen hat.

PrüfpunktSo prüfst du esWas du tust
Ist es wirklich ein Plateau?Wochenschnitt der Morgengewichte über drei bis vier Wochen vergleichenErst handeln, wenn sich der Schnitt nicht bewegt
Bauchumfangalle zwei Wochen messen, immer an derselben StelleSinkt er, geht Fett verloren: weitermachen
WasserSalzige Mahlzeiten, Kohlenhydrat-Wochenende, Zyklusphase, neues Training?ein bis zwei Wochen abwarten
Protokollsieben Tage alles wiegen, auch Öl, Getränke, Snacks und das WochenendeLücken schließen, bevor du Kalorien kürzt
BedarfSeit der letzten Berechnung 4 bis 6 kg verloren?neu rechnen, 150 bis 200 kcal am Tag anpassen
SchritteTagesdurchschnitt mit den ersten Diätwochen vergleichen2.000 bis 3.000 Schritte am Tag mehr
Eiweiß und Krafttraining1,2 bis 1,6 g Eiweiß pro kg Körpergewicht, zwei bis drei Einheiten pro Woche?ergänzen, damit Muskeln und Verbrauch erhalten bleiben
Schlaf und Stressweniger als 6,5 Stunden Schlaf, viel Druck?früher ins Bett, Pausen einplanen
Gesundheitneue Medikamente, Müdigkeit, Kälteempfinden, Zyklus unregelmäßig?ärztlich abklären lassen
Werte nach Kaloriendefizit-Rechner und Abnehmen-Ratgeber von Greenbody; Eiweiß nach Leidy HJ et al. (2015)

Beim Schlaf lohnt sich der Blick besonders. In einer Studie mit 80 jungen Erwachsenen mit Übergewicht, die sonst unter 6,5 Stunden schliefen, führten 1,2 Stunden mehr Schlaf dazu, dass sie ohne jede Vorgabe 270 kcal am Tag weniger aßen. Tipps dafür findest du in unserem Artikel Besser schlafen. Wie du deinen Eiweißbedarf ausrechnest, zeigt der Proteinbedarf-Rechner.

Diätpause: was die MATADOR-Studie zeigt

Eine Diätpause bedeutet, für eine oder zwei Wochen bewusst so viel zu essen, wie du verbrauchst, und danach wieder ins Defizit zu gehen. Das ist kein Schummeltag, sondern eine geplante Phase auf Erhaltungsniveau. Die bekannteste Studie dazu kommt aus Australien und heißt MATADOR, eine Abkürzung für „Minimising Adaptive Thermogenesis And Deactivating Obesity Rebound“.

Darin wurden 51 Männer mit Adipositas in zwei Gruppen aufgeteilt. Beide aßen in Diätphasen 67 Prozent ihres Bedarfs, also rund ein Drittel weniger. Die eine Gruppe tat das 16 Wochen am Stück. Die andere wechselte zwei Wochen Diät mit zwei Wochen Erhaltung ab, bis sie ebenfalls 16 Wochen Diät hinter sich hatte, und war dafür insgesamt 30 Wochen unterwegs. Ergebnis bei denen, die sich an das Protokoll hielten: Die Pausengruppe verlor 14,1 kg statt 9,1 kg, davon 12,3 statt 8,0 kg Fett. Ihr Ruheumsatz sank weniger stark, als die Körperzusammensetzung erwarten ließ. Sechs Monate nach dem Ende lag sie im Schnitt 11,1 kg unter dem Ausgangsgewicht, die Dauerdiät-Gruppe nur noch 3,0 kg.

Das klingt spektakulär, hat aber Grenzen. Die Studie war klein, an der Nachuntersuchung nahmen nur 28 Männer teil, und Frauen waren nicht dabei. In der ICECAP-Studie mit 61 krafttrainierenden Erwachsenen, die nach je drei Diätwochen eine Woche Pause machten, verloren beide Gruppen gleich viel Fett. Die Pausengruppe hatte aber weniger Hunger und war zufriedener. Ein Teil der Teilnehmenden wurde in der Pausenwoche genauer untersucht: Das Gewicht stieg um 0,6 kg, das Körperfett aber nicht. Das zusätzliche Gewicht war also Wasser und Glykogen.

Tipp: Wenn du nach acht bis zwölf Wochen Diät müde, gereizt und ständig hungrig bist, plan eine Diätpause von ein bis zwei Wochen ein. Iss dabei so viel, wie der Kalorienbedarf-Rechner für dein aktuelles Gewicht anzeigt, und rechne damit, dass die Waage um ein halbes Kilo steigt.

Unsere Einschätzung: Eine Diätpause ist kein Trick, mit dem das Plateau verschwindet, und sie verlängert die Diät. Sie ist aber eine gute Möglichkeit, eine lange Abnahme durchzuhalten, ohne den Plan hinzuwerfen. Wer sowieso gerade Urlaub oder Weihnachten vor sich hat, kann diese Zeit gleich als Pause nutzen und zum Üben fürs spätere Halten.

Was beim Plateau nicht hilft

Radikal weniger essen: Wer nach drei Wochen Stillstand auf 1.000 kcal geht, verliert mehr Muskeln, wird hungriger und hält es selten lange durch. Lieber 150 bis 200 kcal anpassen und nie dauerhaft unter den Grundumsatz gehen.

Schummeltage, um den Stoffwechsel „anzukurbeln“: Ein einzelner Tag mit viel Essen bringt den Stoffwechsel nicht messbar in Schwung. Er füllt vor allem die Glykogenspeicher, und die Waage steigt für ein paar Tage. Wer gern einen freien Tag hat, sollte ihn einplanen, aber nicht als Plateau-Therapie verstehen.

Fatburner und Entwässerungsmittel: Die meisten wirken eher auf Herz und Kreislauf als auf das Fett, wie wir im Abnehmen-Ratgeber zusammengefasst haben.

Wann das Plateau dein neues Gewicht ist

Irgendwann ist ein Stillstand kein Fehler mehr, sondern das Ergebnis. Wenn du schon viel abgenommen hast, dein Defizit nur noch klein ist und jede weitere Kürzung dir die Lebensqualität nimmt, kann es sinnvoll sein, das aktuelle Gewicht erst einmal zu halten. Ein halbes Jahr stabil bei 10 kg weniger ist mehr wert als drei weitere Kilo, die nach der Diät mit Zinsen zurückkommen. Wie du gut in die Erhaltungsphase wechselst, steht in unserem Artikel Jo-Jo-Effekt vermeiden.

Häufige Fragen

Warum nehme ich trotz Kaloriendefizit nicht ab?

Meist ist das Defizit kleiner als gedacht: Portionen werden geschätzt statt gewogen, Getränke und Öl fehlen im Protokoll, oder der Bedarf ist mit dem gesunkenen Gewicht ebenfalls gesunken. Manchmal überdeckt eingelagertes Wasser den Fettverlust für ein, zwei Wochen. Wiege eine Woche lang alles ab, vergleiche die Wochenschnitte und rechne deinen Bedarf neu.

Wie lange dauert ein Plateau beim Abnehmen?

Ein Stillstand durch Wasser dauert meist wenige Tage bis zwei Wochen, nach dem Zyklus oder einem salzigen Wochenende oft nur ein paar Tage. Bleibt der Wochenschnitt drei bis vier Wochen gleich, löst sich das Plateau in der Regel nicht von selbst, sondern erst, wenn du Essen oder Bewegung anpasst.

Woran erkenne ich Wassereinlagerungen?

Typisch sind schnelle Sprünge von einem Kilo oder mehr über Nacht, oft nach salzigem oder kohlenhydratreichem Essen, vor der Periode oder nach einem neuen Training. Ringe sitzen enger, Socken hinterlassen Abdrücke. Fett nimmt nicht über Nacht um ein Kilo zu, dafür bräuchtest du rund 7.000 kcal zu viel.

Soll ich weniger essen, wenn das Gewicht stagniert?

Erst prüfen, dann kürzen. Wenn dein Protokoll ehrlich ist und sich der Wochenschnitt drei bis vier Wochen nicht bewegt, zieh 150 bis 200 kcal am Tag ab oder geh 2.000 bis 3.000 Schritte mehr. Größere Sprünge sind selten nötig und schwer durchzuhalten.

Kann man den Stoffwechsel durch Diäten kaputt machen?

Nein. Nach einer Abnahme verbraucht der Körper zwar etwas weniger, als die neue Körperzusammensetzung erwarten lässt, und der Appetit steigt. Bei normalen Diäten ist die Einsparung beim Ruheumsatz aber klein, in einer Studie mit 171 Frauen waren es 54 kcal am Tag, und sie verschwand innerhalb von ein bis zwei Jahren.

Hilft eine Diätpause gegen das Plateau?

Sie kann helfen, eine lange Diät durchzuhalten. In der MATADOR-Studie verloren Männer mit Diätpausen mehr Fett und hielten ihr Gewicht danach besser, in einer zweiten Studie war der Fettverlust gleich, aber der Hunger geringer. Rechne in der Pausenwoche mit einem halben Kilo mehr auf der Waage, das ist Wasser.

Wir recherchieren jeden Artikel sorgfältig und belegen ihn mit Quellen. Er ersetzt aber keine persönliche Beratung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Diätologin. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder wenn du Medikamente nimmst, sprich bitte vorher mit deiner Praxis. Mehr dazu: So arbeiten wir.

Quellen

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  2. Rosenbaum M, Leibel RL (2010): Adaptive thermogenesis in humans. Int J Obes 34 Suppl 1:S47–55
  3. Martins C et al. (2020): Metabolic adaptation is not a major barrier to weight-loss maintenance. Am J Clin Nutr 112:558–565
  4. Hall KD et al. (2011): Quantification of the effect of energy imbalance on bodyweight. Lancet 378:826–837
  5. Polidori D et al. (2016): How Strongly Does Appetite Counter Weight Loss? Quantification of the Feedback Control of Human Energy Intake. Obesity 24:2289–2295
  6. Thomas DM et al. (2014): Effect of dietary adherence on the body weight plateau. Am J Clin Nutr 100:787–795
  7. Peos JJ et al. (2021): Continuous versus Intermittent Dieting for Fat Loss and Fat-Free Mass Retention in Resistance-trained Adults: The ICECAP Trial. Med Sci Sports Exerc 53:1685–1698
  8. Fothergill E et al. (2016): Persistent metabolic adaptation 6 years after "The Biggest Loser" competition. Obesity 24:1612–1619

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