Abnehmen durch Laufen: Kalorienverbrauch, realistische Erwartungen und was wirklich wirkt

Veröffentlicht am · 10 Min. Lesezeit

Abnehmen durch Laufen: Kalorienverbrauch und realistische Erwartungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei 80 kg verbrauchen 30 Minuten Laufen mit 8 km/h laut Compendium of Physical Activities rund 340 kcal, etwa 300 kcal mehr als in Ruhe.
  • Als Faustregel kostet Laufen in allen Tempobereichen rund 1 kcal pro Kilogramm Körpergewicht und Kilometer.
  • Dreimal 30 Minuten Laufen pro Woche ergeben ohne Ernährungsumstellung rechnerisch nur 1,5 bis 1,9 kg Fettverlust in drei Monaten.
  • In der E-MECHANIC-Studie aßen Trainierende 91 bis 124 kcal am Tag mehr und nahmen dadurch 1,5 bis 2,7 kg weniger ab als berechnet.
  • Rund 32 km Laufen pro Woche senkten das viszerale Bauchfett in acht Monaten um 6,9 Prozent, auch ohne Diät.

Abnehmen durch Laufen funktioniert, aber langsamer, als die meisten hoffen. Wer 80 kg wiegt, verbrennt in 30 Minuten Joggen mit 8 km/h rund 340 kcal, etwa 300 davon zusätzlich zum Ruheverbrauch. Dreimal pro Woche ergibt das rechnerisch knapp 1,7 kg Fett in drei Monaten, in der Praxis oft weniger, weil der Körper einen Teil über mehr Hunger ausgleicht. Richtig wirksam wird Laufen erst zusammen mit einem moderaten Kaloriendefizit beim Essen und etwas Krafttraining.

Das ist keine schlechte Nachricht. Laufen ist eine der effektivsten Arten, Kalorien zu verbrauchen, es senkt das Bauchfett auch dann, wenn die Waage stagniert, und es hilft wie kaum etwas anderes, das Gewicht nach einer Diät zu halten. Unten findest du den Kalorienverbrauch nach Gewicht und Tempo, eine ehrliche Rechnung, wie schnell du abnehmen kannst, und was Studien über die versteckten Gegenspieler zeigen.

Kalorienverbrauch beim Joggen: Tabelle nach Gewicht und Tempo

Wie viele Kalorien du beim Laufen verbrauchst, hängt vor allem von zwei Dingen ab: deinem Körpergewicht und deinem Tempo. Die Werte in der Tabelle stammen aus dem Adult Compendium of Physical Activities von 2024, der Standardsammlung für den Energieverbrauch von Aktivitäten. Es gibt den Verbrauch in MET an.

Kurz erklärt: Ein MET (metabolisches Äquivalent) ist der Verbrauch in Ruhe, grob 1 kcal pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde. Laufen mit 10 km/h hat 9,3 MET, du verbrauchst dabei also etwa neunmal so viel wie im Sitzen. Kalorien pro Stunde sind näherungsweise MET × Körpergewicht in kg.

Aktivität (Compendium-Code)MET60 kg70 kg80 kg90 kg100 kg
Zügiges Gehen 4,5–5,5 km/h (17190)3,8115135150170190
Gehen und Joggen im Wechsel (12010)6,0180210240270300
Joggen 6,4–6,8 km/h, ca. 9 min/km (12028)6,5195230260290325
Laufen 8,0–8,4 km/h, ca. 7:20 min/km (12030)8,5255300340380425
Laufen 9,7–10,1 km/h, ca. 6 min/km (12050)9,3280325370420465
Laufen 10,8 km/h, ca. 5:30 min/km (12060)10,5315370420470525
Laufen 12 km/h, 5 min/km (12080)11,8355415470530590
Kalorienverbrauch in kcal pro 30 Minuten, brutto (inklusive Ruheumsatz), gerundet. Berechnung: MET × kg × 0,5 h. Quelle: Adult Compendium of Physical Activities 2024 (pacompendium.com), Codes in Klammern.

Zwei Dinge solltest du beim Lesen wissen. Erstens sind das Bruttowerte: Etwa 1 kcal pro Kilogramm und Stunde hättest du auch auf dem Sofa verbraucht. Für das Abnehmen zählt nur der Mehrverbrauch, bei 80 kg und 30 Minuten also rund 40 kcal weniger als in der Tabelle. Zweitens sind es Durchschnittswerte. Gut trainierte Läufer laufen etwas sparsamer, und bergauf, auf weichem Untergrund oder bei Gegenwind wird es mehr.

Die einfache Faustregel: 1 kcal pro Kilo und Kilometer

Rechnet man die Compendium-Werte auf Kilometer um, landet man in allen Tempobereichen bei ungefähr 1 kcal pro Kilogramm Körpergewicht und gelaufenem Kilometer, brutto. Wer 70 kg wiegt und 5 km läuft, verbraucht also rund 350 kcal, egal ob in 30 oder in 40 Minuten. Schnelleres Laufen verbraucht pro Minute mehr, pro Kilometer aber kaum. Für das Abnehmen zählt deshalb vor allem, wie viele Kilometer du pro Woche zusammenbekommst.

Gehen ist pro Kilometer sparsamer. Bei 80 kg kostet ein Kilometer zügiges Gehen netto etwa 47 kcal, ein Kilometer Laufen etwa 73 kcal. Laufen bringt pro Kilometer also gut die Hälfte mehr und pro Minute mehr als doppelt so viel. Was andere Sportarten im Vergleich verbrauchen, zeigt unser Überblick zum Kalorienverbrauch beim Sport.

Wie schnell nimmt man durch Joggen ab?

Ein Kilogramm Körperfett entspricht grob 7.000 kcal. Damit lässt sich ausrechnen, was Laufen allein bringt, wenn du sonst nichts änderst und der Körper nichts ausgleicht. Die Tabelle rechnet mit Laufen bei 8 km/h und dem Mehrverbrauch gegenüber dem Ruheumsatz.

Laufpensum70 kg80 kg90 kg
2 × 30 Minuten pro Woche1,0 kg1,1 kg1,3 kg
3 × 30 Minuten pro Woche1,5 kg1,7 kg1,9 kg
3 × 45 Minuten pro Woche2,2 kg2,5 kg2,8 kg
4 × 45 Minuten pro Woche2,9 kg3,3 kg3,8 kg
Theoretischer Fettverlust in 3 Monaten (13 Wochen) durch Laufen allein, ohne Ernährungsumstellung und ohne Kompensation. Berechnung: (8,5 MET − 1) × kg × Laufzeit, 7.000 kcal pro kg Fett. Grundlage: Adult Compendium of Physical Activities 2024.

Zum Vergleich: Mit einem Defizit von 500 kcal am Tag über das Essen verlierst du rund 0,5 kg pro Woche, also etwa 6 kg in drei Monaten. Selbst viermal 45 Minuten Laufen bringen nur gut halb so viel. Deshalb ist das Essen der größere Hebel, und deshalb kam eine Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass Ausdauertraining im Umfang der üblichen Empfehlungen allein im Schnitt nur etwa 2 kg Gewichtsverlust bringt.

Merke: Laufen allein bringt bei drei Läufen pro Woche realistisch 1 bis 2 kg in drei Monaten. Mit einem Defizit von 300 bis 500 kcal über die Ernährung kommst du zusammen auf 0,5 bis 0,75 kg pro Woche.

Warum Laufen allein oft weniger bringt als die Rechnung

Die Rechnung oben ist das Maximum. In Studien nehmen Menschen durch Ausdauertraining fast immer weniger ab, als ihr Kalorienverbrauch erwarten ließe. Forscher nennen das Kompensation, und sie hat mehrere Ursachen.

Mehr Hunger

Der wichtigste Grund ist, dass viele nach dem Training mehr essen, oft ohne es zu merken. In der amerikanischen E-MECHANIC-Studie trainierten 171 Erwachsene mit Übergewicht ein halbes Jahr lang unter Aufsicht, entweder mit 8 oder mit 20 kcal pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche. Beide Gruppen nahmen weniger ab als berechnet, im Schnitt fehlten 1,5 kg und 2,7 kg. Der Grund war ausschließlich das Essen: Die Teilnehmenden aßen 91 beziehungsweise 124 kcal am Tag mehr als zuvor, gemessen mit der genauen Methode des doppelt markierten Wassers. Ruheumsatz und Alltagsbewegung entwickelten sich nicht anders als in der Kontrollgruppe.

Wie unterschiedlich das ausfallen kann, zeigt eine britische Studie mit 35 Erwachsenen, die zwölf Wochen lang fünfmal pro Woche unter Aufsicht trainierten. Im Schnitt nahmen sie 3,7 kg ab, genau wie vorhergesagt. Dahinter steckte aber eine Spanne von 14,7 kg weniger bis 1,7 kg mehr. Die „Kompensierer“ aßen am Ende rund 270 kcal am Tag mehr und hatten mehr Hunger, die anderen aßen sogar etwas weniger. Ob du eher zur einen oder zur anderen Gruppe gehörst, merkst du nur, wenn du dein Gewicht über Wochen beobachtest.

Die Belohnung nach dem Lauf

In der E-MECHANIC-Studie kompensierten vor allem die Teilnehmenden, die glaubten, gesundes Verhalten könne ungesundes ausgleichen. Das kennt fast jeder: Nach dem Lauf ist das Stück Kuchen „verdient“. Ein Croissant und ein halber Liter Cola haben aber zusammen rund 455 kcal und damit deutlich mehr, als 30 Minuten Laufen bei 80 kg zusätzlich verbrauchen. Auch die Uhr hilft dabei nicht. Fitness-Uhren liegen beim Kalorienverbrauch im Schnitt um mehr als 30 Prozent daneben, mehr dazu in unserem Vergleich der Fitness-Uhren.

Tipp: Iss die Kalorien, die dir die Uhr nach dem Lauf gutschreibt, nicht zurück. Plane dein Essen mit dem Kaloriendefizit-Rechner und einem Aktivitätsfaktor, der deinen Sport schon enthält, und justiere nach zwei, drei Wochen am Gewichtsverlauf nach.

Weniger Bewegung im Rest des Tages

Manche bewegen sich nach dem Training unbewusst weniger: Aufzug statt Treppe, Sofa statt Spaziergang. Diese Alltagsbewegung (NEAT) macht bei vielen Menschen Hunderte Kalorien am Tag aus. In der E-MECHANIC-Studie fand sich dieser Effekt nicht. Ob und bei wem er auftritt, ist nicht abschließend geklärt. Eine größere Rolle spielt das bei sehr viel Training. Der Anthropologe Herman Pontzer hat bei 332 Erwachsenen aus fünf Ländern den Gesamtverbrauch gemessen: Er stieg mit der Aktivität, flachte bei den aktivsten Menschen aber ab. Der Körper spart dann offenbar an anderer Stelle Energie ein.

Für Freizeitläufer mit drei, vier Läufen pro Woche ist das kein Grund aufzugeben. Es heißt nur, dass du die Schritte im Alltag nicht aus den Augen verlieren solltest. Wie viele sinnvoll sind, steht im Artikel Schritte pro Tag.

Was trotzdem funktioniert

Die vielleicht ehrlichste Studie zum Abnehmen durch Ausdauertraining ist der Midwest Exercise Trial 2. 141 junge Erwachsene mit Übergewicht trainierten zehn Monate lang fünfmal pro Woche unter Aufsicht und verbrauchten dabei 400 oder 600 kcal pro Einheit. Essen durften sie wie gewohnt. Ergebnis: 3,9 kg und 5,2 kg weniger, die Kontrollgruppe nahm 0,5 kg zu. Das ist klinisch relevant, aber nach unserer Rechnung nur etwa ein Drittel dessen, was die verbrannten Kalorien erwarten ließen. Und es brauchte fünf Einheiten pro Woche, zehn Monate lang.

Hilft Joggen gegen Bauchfett?

Ja, und das ist einer der stärksten Gründe für das Laufen. Gezielt am Bauch abnehmen kannst du zwar nicht, aber Ausdauertraining senkt besonders das viszerale Fett zwischen den Organen, das gesundheitlich problematisch ist. In der STRRIDE-Studie liefen Erwachsene mit Übergewicht acht Monate lang umgerechnet etwa 32 km pro Woche im zügigen Tempo, ohne ihre Ernährung zu ändern. Ihr viszerales Fett sank um 6,9 Prozent. Die Kontrollgruppe ohne Training legte in sechs Monaten 8,6 Prozent zu.

Eine große Auswertung von 117 Studien fand außerdem, dass Training das viszerale Fett auch dann senkt, wenn sich das Gewicht kaum ändert, im Schnitt um 6,1 Prozent. Und in einer Metaanalyse zum Vergleich von Intervall- und Dauertraining führten Laufprogramme zu deutlichen Fettverlusten, Radfahren in den eingeschlossenen Studien dagegen nicht. Miss deshalb nicht nur dein Gewicht, sondern alle zwei Wochen auch den Bauchumfang. Wie das geht und was sonst gegen Bauchfett hilft, steht im Ratgeber Bauchfett verlieren.

Laufen und Krafttraining kombinieren

Wer im Kaloriendefizit nur läuft, verliert neben Fett auch Muskeln. Das senkt den Verbrauch und macht das Halten des Gewichts schwerer. In der STRRIDE-AT/RT-Studie verglichen Forscher bei 119 Erwachsenen mit Übergewicht acht Monate lang Ausdauertraining, Krafttraining und beides kombiniert. Ausdauer senkte Gewicht und Fettmasse am stärksten, Krafttraining baute als einzige Variante Muskeln auf. Die Kombination brachte beides: so viel Fettverlust wie reines Ausdauertraining plus Muskelzuwachs.

Für die Praxis heißt das: zwei- bis dreimal pro Woche laufen, zweimal pro Woche 30 bis 45 Minuten Krafttraining für den ganzen Körper. Kraftübungen für Beine und Rumpf schützen außerdem vor typischen Laufverletzungen. Wie du ohne Vorkenntnisse einsteigst, steht in unserem Ratgeber Krafttraining für Anfänger.

Langsam oder schnell laufen: was verbrennt mehr Fett?

Beim langsamen Laufen stammt ein größerer Anteil der Energie aus Fett, beim schnellen mehr aus Kohlenhydraten. Daraus ist der Mythos vom „Fettverbrennungspuls“ entstanden. Für das Abnehmen zählt aber, wie viel Energie du insgesamt verbrauchst. In einer Studie mit 16 Erwachsenen in einer Stoffwechselkammer war die Fettverbrennung über 24 Stunden gleich, egal ob sie 400 kcal langsam oder zügig abtrainierten. Warum das so ist und welche Pulszonen wofür taugen, erklären wir im Artikel Fettverbrennungspuls: Mythos oder sinnvoll?

Wenn du wenig Zeit hast, sind Intervalle eine Option. Eine Metaanalyse von 36 Studien fand, dass Intervalltraining den Körperfettanteil ähnlich stark senkte wie gleichmäßiges Dauertraining, die absolute Fettmasse sogar etwas stärker. Für Anfänger gilt trotzdem: Erst die Grundlage, dann das Tempo. Wie du überhaupt mit dem Laufen beginnst, steht in Joggen für Anfänger, und wie Intervalle funktionieren, im Artikel über HIIT.

Bringt nüchtern laufen mehr?

Kaum. Morgens vor dem Frühstück verbrennst du während des Laufs zwar mehr Fett, über den Tag gleicht sich das aber aus. In einer Studie mit 20 jungen Frauen im Kaloriendefizit, die vier Wochen lang dreimal pro Woche eine Stunde trainierten, nahmen beide Gruppen gleich viel Fett ab, ob sie nüchtern liefen oder nach einem Shake. Lauf dann, wenn es dir am besten in den Alltag passt und du dich gut fühlst.

Beim Halten des Gewichts ist Laufen am stärksten

Sein größtes Potenzial spielt Laufen nach der Diät aus. In einer Metaanalyse von 29 Langzeitstudien hielten Menschen, die mehr Sport machten, ihr Gewicht besser. Wer regelmäßig läuft, hat einfach mehr Spielraum beim Essen, und kleine Ausrutscher fallen weniger ins Gewicht. Auch eine große Beobachtungsstudie mit über 47.000 Läufern und Walkern deutet in diese Richtung: Bei gleichem Energieverbrauch war die Abnahme des BMI über gut sechs Jahre beim Laufen stärker als beim Gehen. Das ist allerdings eine Beobachtung, kein Beweis.

So kombinierst du Laufen und Ernährung: eine Beispielwoche

TagTrainingErnährung
Montag30 Min. Laufen im UnterhaltungstempoKalorienziel aus dem Rechner, Eiweiß zu jeder Mahlzeit
Dienstag30–40 Min. Krafttraining Ganzkörperwie Montag
Mittwoch30 Min. Laufenwie Montag, kein „Belohnungssnack“ nach dem Lauf
Donnerstagfrei, Spaziergang oder Radwie Montag
Freitag30–40 Min. Krafttrainingwie Montag
Samstag40–50 Min. langer, lockerer Laufetwas mehr Kohlenhydrate vor dem langen Lauf sind okay
Sonntagfreieinmal pro Woche Gewicht im Wochenschnitt und Bauchumfang prüfen
Beispielwoche der Redaktion für Menschen, die schon 30 Minuten am Stück laufen können. Kalorienziel: Defizit von 300 bis 500 kcal pro Tag.

Dein Kalorienziel bestimmst du mit dem Kaloriendefizit-Rechner. Wähle dort den Aktivitätsfaktor „Bürojob, regelmäßig Sport“, wenn du einen Bürojob hast und so trainierst wie oben, dann ist das Laufen schon eingerechnet. Eiweiß hilft, satt zu bleiben und Muskeln zu schützen: 1,2 bis 1,6 g pro Kilogramm Körpergewicht. Die Grundlagen zu Defizit, Eiweiß und Schlaf stehen in unserem Ratgeber Abnehmen: Was wirklich hilft.

Achtung: Wenn du stark übergewichtig bist, Gelenkbeschwerden, eine Herzerkrankung oder Diabetes hast, sprich vor dem Start mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei starkem Übergewicht ist zügiges Gehen ein guter Einstieg, bevor du mit Laufintervallen beginnst.

Häufige Fragen

Wie viel kann man durch Joggen in einem Monat abnehmen?

Durch Laufen allein, bei dreimal 30 Minuten pro Woche und 80 kg, rechnerisch etwa 0,5 kg Fett im Monat. Mit einem zusätzlichen Kaloriendefizit von 500 kcal am Tag über das Essen sind 2 bis 3 kg realistisch. Im ersten Monat zeigt die Waage manchmal weniger, weil die Muskeln nach dem Training mehr Wasser und Glykogen speichern.

Wie lange muss man joggen, um 1 kg abzunehmen?

Für 1 kg Fett brauchst du ein Defizit von rund 7.000 kcal. Bei 80 kg und 8 km/h verbrauchst du netto etwa 10 kcal pro Minute, das wären knapp 12 Stunden Laufen oder rund 23 Läufe à 30 Minuten. Deshalb funktioniert Abnehmen am besten, wenn das Laufen ein Defizit über das Essen ergänzt.

Ist Joggen oder Gehen besser zum Abnehmen?

Laufen verbraucht pro Minute mehr als doppelt so viel wie zügiges Gehen und pro Kilometer gut die Hälfte mehr. Wenn du wenig Zeit hast, ist Laufen effektiver. Gehen ist dafür gelenkschonender, leichter durchzuhalten und lässt sich jeden Tag machen. Das beste Training ist das, das du über Monate beibehältst, und viele kombinieren beides.

Verbrennt Joggen Bauchfett?

Ja, vor allem das gesundheitlich wichtige viszerale Fett. In der STRRIDE-Studie sank es bei etwa 32 km Laufen pro Woche in acht Monaten um 6,9 Prozent, auch ohne Diät. Gezielt nur am Bauch abnehmen geht aber nicht, das Fett schwindet überall.

Warum nehme ich durch Joggen nicht ab?

Meist essen Läufer unbewusst mehr, in Studien zwischen 90 und 270 kcal am Tag, oder sie überschätzen ihren Verbrauch, weil die Uhr zu hohe Werte anzeigt. In den ersten Wochen speichern die Muskeln außerdem mehr Wasser, das kann den Fettverlust auf der Waage verdecken. Schau auf den Wochenschnitt und den Bauchumfang über mindestens drei, vier Wochen und rechne dein Kalorienziel neu.

Wie oft sollte man joggen, um abzunehmen?

Drei- bis viermal pro Woche 30 bis 45 Minuten sind ein gutes Pensum, kombiniert mit zwei Krafteinheiten und einem moderaten Kaloriendefizit. Mehr Laufen verbraucht mehr, erhöht aber auch das Verletzungsrisiko, wenn du zu schnell steigerst.

Wir recherchieren jeden Artikel sorgfältig und belegen ihn mit Quellen. Er ersetzt aber keine persönliche Beratung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Diätologin. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder wenn du Medikamente nimmst, sprich bitte vorher mit deiner Praxis. Mehr dazu: So arbeiten wir.

Quellen

  1. Adult Compendium of Physical Activities (2024): Running
  2. Martin CK et al. (2019): Effect of different doses of supervised exercise on food intake, metabolism, and non-exercise physical activity: The E-MECHANIC randomized controlled trial. Am J Clin Nutr
  3. King NA et al. (2008): Individual variability following 12 weeks of supervised exercise: identification and characterization of compensation for exercise-induced weight loss. Int J Obes
  4. Donnelly JE et al. (2013): Aerobic exercise alone results in clinically significant weight loss for men and women: Midwest Exercise Trial 2. Obesity
  5. Pontzer H et al. (2016): Constrained Total Energy Expenditure and Metabolic Adaptation to Physical Activity in Adult Humans. Curr Biol
  6. Slentz CA et al. (2005): Inactivity, exercise, and visceral fat. STRRIDE: a randomized, controlled study of exercise intensity and amount. J Appl Physiol
  7. Willis LH et al. (2012): Effects of aerobic and/or resistance training on body mass and fat mass in overweight or obese adults. J Appl Physiol
  8. Melanson EL et al. (2002): Effect of exercise intensity on 24-h energy expenditure and nutrient oxidation. J Appl Physiol

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